Woche 62



Tag 426 - Seliem                                10.04.2017

Um 11 Uhr sollte Seliem am Bahnhof in Albury ankommen. Passte gut, da die Beiden einmal die Woche nach Albury zum Einkaufen fuhren.

Schön, ihn dann wieder zu sehen. Da sein Äußeres sich kaum verändert hatte, sah ich ihn gleich über den längsten Bahnsteig in NSW näher kommen.

Nachdem wir schnell einkaufen waren, ging es über den "Op-Shop" (ein Second-Hand Laden in Tallangatta) wieder zurück zum Haus. 

Sonst machten wir wenig heute. Am Abend versuchten wir uns an einem BBQ. Bis auf die Chicken-Wings, die in die Pfanne mussten, klappte dies sogar ganz gut. 

Seliem war die coole Socke geblieben, die ich in Lombok verlassen hatte. Bevor er eher ungeplant nach Australien gekommen war, hatte er noch Thailand, Laos, Cambodia und Malaysia bereist.

Gut auch von diesen Ländern mal ein paar Eindrücke zu bekommen.

Relativ früh ging es dann ins Bett. Aus dem ursprünglichen Plan, campen zu gehen, war aus Wettergründen nichts geworden. Es regnete seit 2 Tagen.

Tag 427 - Falls Creek                         11.04.2017

Heute machten wir einen Ausflug. Über den Mt. Beauty sollte es zum Falls Creek gehen.

Die kurvigen Straßen der Umgebung förderten das Übelkeitsgefühl im Fond des Mitsubishi Challengers mit schwammiger Lenkung zwar ungemein, führten uns aber auch durch eine grandiose Landschaft. Grüne Wiesen, Wälder und Flüsse. Besonders der Staudamm von Falls Creek und die kahlen Wälder der Orbit-Corner blieben mir im Gedächtnis. Wir angelten ein wenig ohne größere Erfolge und machten uns dann auf den langen Heimweg.

Es war bereits dunkel als wir das Haus wieder erreichten. Noch eine wenig vor den Ofen gelümmelt und dann hundemüde ins Bett. Ein echt toller Tag!

Tag 428 - Nochmal Dairy                12.04.2017

Heute nahmen wir Seliem mit auf die Farm. Zusammen fütterten wir die Kälber und arbeiteten uns durch die anderen Aufgaben des Tages.

Mir machte es wieder sehr viel Spaß. Gut konnte ich mir vorstellen, diesen Job auch länger zu machen.

Den Abend verbrachten wir wieder gemütlich vor dem Ofen.

Tag 429 - Bye Seliem                       13.04.2017

Heute hatte Lou einen freien Tag und zusammen brachten wir Seliem wieder zum Bahnhof nach Albury.

Lou ging es heute nicht wirklich gut, so machten wir nur einen kurzen Zwischenstopp bei ALDI. Ich kaufte all die Sachen die ich benötigen würde, wenn ich ab morgen wieder alleine "on the road" sein würde.

Hauptsächlich Nudeln und Peste natürlich. 1 Stunde Später waren wir dann auch wieder daheim.

Abends kam auch Tali wieder von der Farm zurück und wir ließen den Abend gemütlich ausklingen.

Tag 430 - Luis, vergessen!!!          14.04.2017

Nach und nach begann ich all meine Sachen, die überall im Haus verstreut herumlagen, zusammenzutragen und wieder zu verpacken. Um 7 Uhr war ich aufgestanden, kurz nach 10 Uhr war ich dann abfahrtbereit.

Ich verabschiedete mich von Talitha und auf der Farm dann auch von Louisa. 

Los ging die wilde Fahrt. Leider ohne Navi, denn zum ersten Mal auf meiner Reise streikte meine geliebte Karten-App "Here we go". Doch die Beschilderung war gut und es gab nur wenige Straßen.

Omeo hieß mein erstes Etappenziel und war 150 km kurvigen "motorbiker heaven" entfernt. So dauerte die Fahrt auch knapp 3 Stunden. Als ich mir eine Suppe zum Mittagessen machen wollte, bemerkte ich allerdings. dass ich meinen über alles geliebten Feldbecher zurückgelassen hatte. Per Post, dachte ich, könnten ihn mir die Mädels bestimmt nach Melbourne schicken, doch dann kam heraus, dass es keinen Postservice gab bis nächsten Dienstag.

Hmmm.... ich hatte in den letzten Wochen schon so viele Dinge verloren: Die Motorradabdeckung, meine Sonnenbrille und mein geliebtes Taschenmesser. Vielleicht dumm, doch ich kehrte um. Würde ich eben 300 km Sprit verfahren. Egal. 90 km bevor ich das Haus erreichen sollte, bemerkte ich dann, dass der Vorderreifen luftleer war. Beim Versuch, ihn mit dem Mini-Kompressor aufzupumpen, wurde klar, dass ich wohl mindestens ein Loch im Schlauch hatte.

Da der Mantel ziemlich hart war und ich sowieso bald einen Neuen wollte, fuhr ich weiter.

Toll, nun 90 km "motorbiker heaven" im Schneckentempo.

Abends bei Tali & Lou machte ich mich dann ans Flicken. Es klappte eigentlich alles und das Loch war sowohl schnell gefunden als auch geflickt, doch nun musste der Schlauch ja auch wieder auf die Felge und der Mantel ebenfalls. Beim erneuten Versuch, den Reifen aufzupumpen war klar, ich hatte den Schlauch wohl verletzt.

4 neue Löcher um genau zu sein. Verdammt! Mit Stirnlampe werkelte ich nun bis spät in die Nacht . Flickte, prüfte im Wasserbad und mühte mich mit dem verdammten Mantel ab. Erstes und letztes Mal "Moto OZ"!

Gegen 22 Uhr hielt der Reifen 32 psi, puhh!

Tag 431 - Zweiter Versuch             15.04.2017

Wieder früh aufgestanden, verabschiedet, Tasse eingepackt und in Mitta Mitta sündhaft teuer getankt. Es konnte also weitergehen!

Die Strecke bis Omeo war nun beim 3. Mal schon beinahe wie eine Hausstrecke. 

Da heute Ostersamstag war, war in Omeo ein Rodeo, welchem ich einen kurzen Besuch abstattete. Ich sah es allerdings nur von außen, denn 25 Dollar für einen kurzen Besuch schienen mir dann doch ein wenig viel.

Ab Omeo gab es dann weniger Kurven. Nach 1,5 Stunden und einem Mittagessen am Straßenrand erreichte ich Bairnsdale. Noch eine weitere Stunde von dort und ich war auf meinem Campingplatz für die Nacht. Direkt am See, wunderschön.

Manley Point hieß dieser glaube ich, definitiv die 15 km Fahrt vom Highway weg wert.

Abends unterhielt ich mich noch ein wenig mit Aussies. Zur Zeit waren viele unterwegs. Aufgrund der 4 Tage Osterferien natürlich. Später wurde es dann ziemlich kalt und ich zog mich in mein Bett zurück. Hoffentlich wurde es nicht zu kalt und ich erreichte bald wieder wärmere Gefilde.

Tag 432 - Südlichster Punkt          16.04.2017

Am frühen Morgen verließ ich den schönen See wieder und machte mich auf zum Wilsons Promotory National Park, ca 200 km entfernt.

Auf dem Weg schaute ich mir noch die Umgebung von einem schönen Lookout nahe Windrädern an.

Schon auf dem Weg zum Nationalpark wurde mir klar, ich würde dort keinesfalls alleine sein. Hunderte von Autos bahnten sich aufgrund der Osterferien ihren Weg.

Trotzdem kam ich recht flott im kostenlosen Nationalpark an und stellte die Queen in Tidal River ab.

Mount Oberon stand auf meinem Plan. Für mich der südlichste Punkt auf meiner langen Reise. Nach einer kurzen Busfahrt folgte eine ca. 40 minütige Wanderung. Natürlich in voller Motorrad Montur.

Der Ausblick lohnte allerdings und es waren auch nicht all zu viele Menschen hier oben. 360° Rundumblick, einfach gigantisch.

Die Nacht verbrachte ich nahe Rorster auf dem wunderschönen Franklin River Rest Area. Ein toller Campspot!

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